Liebe Besucher und Kunden,

im noch nicht ganz vergangenen Jahr hat sich auf meiner Website www.mgdjs.de eine Menge getan. Erst im März habe ich auf den Platzhirsch unter den Blogsoftwares WordPress umgesattelt und seitdem stiegen meine Besucherzahlen monatlich auf mittlerweile über 4.700 Besucher – das sind mittlerweile regelmäßige 150 Bersucher am Tag. Danke sehr an dieser Stelle.

Der erst vor kurzem ins Leben gerufene shop4nerds läuft gut an und ich freue mich über jeden Verkauf eines Dagi Capacitive Stylus P101 oder P501. Bei jedem Verkauf bis einschließlich 24.12.2010 geht vom Verkaufspreis von je 14.99 €  je 1,- € an die Deutsche Knochenmarksspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH. Vielleicht wird nicht allzu viel zusammenkommen, aber der Spendenbeitrag wird noch dieses Jahr überwiesen. Schauen Sie doch einfach mal rein im shop4nerds.

Um den shop4nerds einfacher auffindbar zu machen und auch in Aushängen und Anzeigen dem Kunden eine leicht zu merkende Internetadresse an die Hand zu geben, wurde nun auch die Domain www.shop4nerds.de von mir registriert und zeigt auf als 2te Einstiegsseite auf meinen Blog.

Auch für die Zukunft ist im shop4nerds noch einiges geplant. Abgesehen von einer Erweiterung des Angebotes, um meinen Kunden mehr nützliche “Füllprodukte” zum Erreichen der 20,- €-Grenze anzubieten (kostenfreier Versand auf’s deutsche Festland ab 20,- Euro Warenwert), sind zum Beispiel auch individuell angefertigte Werbemittel geplant. Lassen Sie sich überraschen.

Für meine Kunden, die im shop4nerds ausschließlich die Capacitive Stylus P501 oder P101 bestellen, habe ich für eine neue Versandverpackung gesorgt. In Zukunft werden die Eingabestifte nicht mehr in Luftpolstertaschen B5, sondern in kleinen Kartons verschickt. In jedem Päckchen finden bis zu drei Dagi Eingabestifte für kapazitive Touchscreens Platz und können sicherer als ohnehin schon zugestellt werden.

Die Besucher meines Blogs und des shop4nerds stammen zum großen Teil aus der Region Emscher-Lippe/”Ruhrpott” und daher plane ich speziell den shop4nerds auch regional stärker zu bewerben. Als erste Idee steht für Anfang nächsten Jahres zum Beispiel eine Kinowerbung (!) an. Einfach mal, um es auszuprobieren. Natürlich verkaufe ich bundesweit, aber ich möchte auch gerne die Reaktion auf so ein Werbemittel testen. Vielleicht gibt’s sogar einen einfach zu merkenden Gutscheincode zu sehen – mal schauen. Aber noch in diesem Jahr wird es auf jeden Fall an ausgewählten Plätzen Aushänge geben – wahrscheinlich ein einfaches A4-Blatt mit einem QR-Code, den man mit dem Smartphone fotografieren/scannen und mit dem man (passende App auf dem Smartphone vorausgesetzt) den shop4nerds direkt online besuchen kann. Natürlich auch, um sich die Internetadresse unterwegs nicht merken zu müssen. QR-Codes machen das Leben mit Smartphones irgendwie noch ein bisschen smarter.

Desweiteren habe ich (und damit auch mgdjs und der shop4nerds) jetzt eine eigene USt-IdNr.. Sie lautet DE237247631 und wird natürlich auch im Impressum und in meinen Rechnungen ausgewiesen.

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Stein des Anstoßes für die FIFA, der zum Stadionverweis und Verhören/Verhaftungen durch die südafrikanische Polizei führen kann - DutchDress der Brauerei Bavaria

Die WM 2010 ist eines, wenn nicht das größte, Sportereignis der Welt. Alleine 1,5 Milliarden Zuschauer verfolgten die Eröffnungs-Zeremonie. Südafrika und mit ihm ein ganzer Kontinent stehen für Wochen im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit.

Natürlich wollen alle – Firmen wie Privatleute – an dieser Öffentlichkeit partizipieren, doch die FIFA hat strenge Richtlinien zur Zusammenarbeit mit Werbepartnern und Sponsoren. Mit dem FIFA-Logo zu werben oder sich darauf zu beziehen, kostet die Unternehmen unglaublich viel Geld, aber für diesen Preis können Sie sich die weltweite Publicity kaufen.
Findige Unternehmen versuchen bei Veranstaltungen dieser Größenordnung natürlich die Vorschriften zu umgehen und Ihre Werbung und Slogans wirkungsvoll zu platzieren. Diese Methode der scheinbar “illegalen” oder zumindest in Grautönen anzusiedelnden Werbung, nennt man “Umbush Marketing”. Aber es muss ganz deutlich gesagt werden, dass die englische Begrifflichkeit Ambush (Hinterhalt) zwar die Legalität in Frage stellt, aber nur in den wenigstens Fällen wirklich illegal ist. So kann es wohl kaum strafbar sein, einen offiziellen Jabulani-Fußball von Adidas zu kaufen, neben sein Produkt auf den Rasen zu legen, die Szene zu fotografieren und der deutschen Nationalmannschaft viel Glück zu wünschen.

Von Hinterhalten und Guerilla-Taktiken bei der WM 2010 in Südafrika

Bereits vor Beginn der Weltmeisterschaft hatte die FIFA 2.500 Fälle angeblichen Ambush Marketings behandelt, darunter auch den Werbeslogan in einer Anzeige  „Inoffizielle nationale Fluglinie der Sie-Wissen-Schon-Was“ der südafrikanischen Fluglinie Kulula, den die FIFA untersagt hatte.

Ein Flieger der Fluglinie Kulula

Ein Flieger der südafrikanischen Billigfliegers Kulula

Der Weltfußballverband FIFA klagte sofort gegen die Fluggesellschaft aufgrund unlauteren Wettbewerb. Der Verband bezichtigte Kulula in einer Werbeanzeige einen nicht genehmigten Bezug zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hergestellt zu haben und er bekam Recht. Da erkennt man schon den großen Einfluss der FIFA, die Milliarden an Devisen auf den “schwarzen Kontinent” bringt und ganz Afrika “quasi im Handstreich” die Chance zu einem neuen weltweiten Image verpasst.

Die Fluglinie nutzte die Aufregung um den Prozess und im Juni 2010 startete Kulula eine Werbekampagne in der nationalen Presse und pries günstige Flüge für alle an, außer für FIFA-Präsident Sepp Blatter, für den alle Flüge frei seien.

Ein Bosten-Terrier wie "Sepp Blatter"

Ein Bosten-Terrier wie "Sepp Blatter"

Der Besitzer eines Boston-Terrier ändert den Namen seines Hundes zu Sepp Blatter und nahm dieses Angebot an. Auf der Facebook-Seite von Kulula wird der Hund als neues Maskottchen vorgestellt. In der neuen Werbung heißt es jetzt: Es sei offiziell. “Sepp Blatter fliegt mit uns”.

Die Werbekampagne fand in der Presse international Beachtung und vergrößerte den weltweiten Bekanntheitsgrad der südafrikanischen Billigfluggesellschaft.

Niederlande – Dänemark: harter Kampf auf dem Platz, Verweise auf den Rängen

Seit es Werbung gibt werden gut aussehende Menschen in sexy Outfits zur Steigerung des Umsatzes in der Werbung eingesetzt.

Jubelnde Blondinen in DutchDresses (Quelle: Facebook)

Jubelnde Blondinen in DutchDresses

Ob es der “Lätta-Mann” ist, der mit nacktem Podex in einen See springt oder leicht bekleidete Promotion-Girls, die für “Kleiner Feigling” auf Veranstaltungen für den Likör werben. “Sex sells” heißt es und kaum eine Methode wirkt in der Werbung so gut, wie die Erregung – von Aufmerksamkeit natürlich!

Eine der wenigen Aufnahmen der Beer Babes

Eine der wenigen Aufnahmen der Beer Babes, die gemeinsam ihre Mannschaft anfeuern

Aber beim Spiel Niederlande – Dänemark schwenkten die Kameras daher auch immer wieder auf eine Gruppe von etwa 35 blonden Frauen in orangenen Minikleiders. Natürlich ist so eine Ansammlung von Fans eigentlich ein gern gesehenes und verbreitetes Motiv für die Kameras – sollte man meinen. Anders sah das die FIFA, die die Plätze der Frauen (größtenteils südafrikanische Staatsangehörige) strategisch abseits der Kameras in der Halbzeitpause kurzerhand räumen ließ.

Stadionverweis! Selbst die südafrikanischen Ordner sehen bei der Ausführung dieser undankbaren Aufgabe nicht wirklich glücklich aus...

Stadionverweis! Selbst die südafrikanischen Ordner sehen bei der Ausführung dieser undankbaren Aufgabe nicht wirklich glücklich aus...

Was war geschehen? Hatten die Frauen als wilde Hooligans eine Schlägerei angefangen? Gefährliche Gegenstände geworfen oder bengalische Fackeln entzündet? Waren ihre Vuvuzelas zu laut und die Nachbarn hatten sich beschwert – Nein! Die Begründung für die Räumungsaktion lag bei den orangenen Outfits der Damen. Ach so – wahrscheinlich zu sexy und offenherzig, könnte man meinen, aber mit der Vermutung liegt man weit daneben. Offizieller Sponsor für die FIFA WM 2010 in Südafrika ist nämlich die US-amerikanische Brauerei Anheuser-Busch, die unter anderem auch die Biermarke Budweiser produziert. Der FIFA war wohl ein Dorn im Auge, dass die sexy Blondinen, die immer wieder die Blicke der Kameras und damit der ganzen Welt auf sich zogen, Kleider trugen, die von der Brauerei Bavaria aus den Niederlanden vertrieben wurden.

Ob Sylvie Van der Vaart, niederländische Entertainerin, Moderatorin, Jury-Mitglied bei "Deutschland sucht das Supertalent" und Frau des Mittelfeldspieler Rafael van der Vaart auch sofort des Stadions verwiesen würde, wenn sie in diesem Outfit zu einem Spiel Ihres Mannes auftauchen würde?

FIFA-Mitarbeiter beschuldigten die Frauen, unlauter für eine nicht zu den offiziellen Sponsoren gehörenden Biermarke zu werben und so wurden die orangenen Blondinen im Laufe der Halbzeitpause von 40 Ordnern umstellt und Anfang der zweiten Halbzeit zum Verlassen des Stadions gezwungen. Nach einer Befragung durch die FIFA (Gibt’s jetzt sowas wie die FIFA-Polizei?) seien die Frauen auch von der Polizei verhört worden.

“Hüp, Holland, hüp” könnte zur Aufforderung zum “zivilen Ungehorsam” gegen die “Bekleidungsvorschriften” der FIFA bei WM-Spielen werden

Zwei der Niederländerinnen wurden zwei Tage nach dem Spiel in ihrem Hotel erneut festgenommen (!) und erst wieder freigelassen, nachdem sie ihre Reispässe abgegeben und eine Kaution gezahlt hatten. Es wurde festgestellt, dass sich ein Bavaria-Logo, „nicht größer als eine Briefmarke, […] kaum sichtbar auf schwarzen Schildern am Kleid“ befand. Der Anwalt der Beschuldigten sagte aus, dass die Frauen„völlig traumatisiert“ seien, weil sie behandelt wurden „wie Gewalttäter“. Kritik am Vorgehen der FIFA und der südafrikanischen Behörden äußerten auch der niederländische Außenminister Maxime Verhagen, der es in einer offiziellen Protestnote als unverhältnismäßig und absurd bezeichnete, und die niederländische Botschaft in Pretoria wies durch Peer Swinkels darauf hin, dass die Werbewirkung der orangenen Kleider nur durch das Einschreiten der FIFA entstand, da nun die ganze Welt über Bavaria und die sogenannten Beer Babes rede.

Was kommt als nächstes?

Im Prinzip hat die Bavaria-Brauerei mit ihrer Aktion,  auch wenn sie sich davon distanzieren, einen “kleinen großen Coup” gelandet. Aber an diesem Erfolg ist die FIFA natürlich nicht ganz unbeteiligt. An Vorfällen wie diesen sieht man mal, wie groß die Macht des weltweiten Fußballverbandes ist, wenn die auf eine Gruppe Blondinen in orangenen Minikleidern zeigen können und die Polizei der Aufforderung: “Verhaften Sie diese Frauen!” sofort Folge leistet.

Natürlich ist diese Art der Werbung grenzwertig, aber selbst die beste HD-Aufnahmen und Übertragungen in alle Welt, können keine “briemarkengroße” Logos erkennbar abbilden und eines muss man Bavaria ja wohl lassen: Sie haben im Prinzip nichts illegaleres getan als es Millionen von Damen-Boutiquen auf der ganzen weiten Welt tagtäglich tun. Sie haben kleider verkauft und die Frauen, die diese Kleider tragen ins rechte Licht gerückt und damit dafür gesorgt, dass man sie in den orangenen Fan-Outfits sieht.

Wovor muss ich mich als fußballbegeisterter Fan in den Stadien dieser Welt, in denen Matches der FIFA ausgetragen werden, als nächstes fürchten? Darf ich keinen anderen als den offiziellen FIFA-Ball aufschneiden und mir auf den Kopf setzen? Darf ich kein Shirt eines Konkurrenten eines Sponsors der FIFA WM tragen? Was passiert, wenn Levis offizieller Sponsor der FIFA wird? Muss ich dann in  Levis-Jeans oder in Unterhosen ins Stadion? Wie weit soll das gehen und ist so ein harsches Vorgehen angebracht? Und viel wichtiger: Ist dieses Vorgehen auch im Sinne der offiziellen Sponsoren?

Übrigens: Falls ich den holländischen Satz “DutchDress uitverkocht” im Webshop von Bavaria richtig interpretiere, ist das orange Minikleidchen mittlerweile ausverkauft. :-) Wer weiß, wie viele weibliche Fans beim Spiel Uruguay – Niederlande am 6.7.2010 in Kapstadt mit einem Stationverweis rechnen müssen und einige Zeit bei Verhören bei der Polizei verbringen. Vorwurf: Zu sexy mit dem falschen Sponsor!

Letzte wichtige Hinweise zum Besuch eins FIFA-Spieles

Im Vergleich zur WM 2006 hat die FIFA für die WM 2010 in Südafrika das Sponsoring-Konzept komplett überarbeitet. Neben den bereits feststehenden ständigen FIFA-Partnern Adidas, Coca-Cola, Emirates, Hyundai Kia Automotive Group, Sony und VISA waren bis zu sechs weitere FIFA-WM-Sponsoren und bis zu sechs nationale Förderer vorgesehen.

So wurden als „Sponsoren FIFA Fußball-Weltmeisterschaft“ 2010 die acht Marken Budweiser, Castrol, Continental, McDonald’s, MTN, Mahindra Satyam, Seara und Yingli Solar ausgewählt.

„Nationale Förderer“ wurden BP South Africa, die südafrikanische First National Bank, Neo Africa, Prasa, Shanduka-Aggreko und Telkom.

Also bitte beachten Sie als Besucher eines der Spiele der WM in Ihrem eigenen Interesse, ein nicht zu auffälliges Outfit zu tragen, das die Aufmerksamkeit der Kameras auf Sie ziehen könnte. Bilden Sie keine einheitlichen Blöcke, auch wenn Sie die Karten geschenkt bekommen haben. Notfalls tragen Sie die Farben der gegnerischen Mannschaft. Bleiben Sie ruhig und gesittet auf Ihrem Platz sitzen und vebreiten Sie keinen Spaß und gute Laune. Unterlassen Sie Fan-Gesänge. Vor allem: Sehen Sie auf keinen Fall sexy aus! Wenn Sie eine hollandische Blondine sind, geben Sie sich wenigstens Mühe!

Tragen Sie kein Kleidungsstück, das nicht von Adidas stammt, fliegen Sie mit Emirates zum Austragungsort, mieten Sie nur einen Hyundai und/oder Kia der Castrol-Öl-befüllt ist und Continental-Reifen drauf hat, tragen Sie keine Ohrhörer oder Elektronikgeräte sichtbar, die nicht von Sony stammen, bezahlen Sie mit VISA oder eröffnen Sie ein Konto bei der südafrikanischen First National Bank, und telefonieren Sie nur mit Telkom und vergewissern Sie sich, dass Ihr Internetanschluss von Telcom zur Verfügung gestellt wird, trinken Sie auschließlich Coca-Cola, Budweiser oder Getränke dieser Hersteller, essen Sie nur Fastfood von McDonalds (keine einheimischen Gerichte) und geben Sie um Himmels Willen kein politisches Statement auf Ihrem T-Shirt gegen BP ab!

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Guerilla Marketing - schließen Sie sich dem Widerstand an!

Durch einen Zufall stieß ich auf das Konzept des Guerilla-Marketings und habe es anfangs noch nicht mal erkannt. Die Werbung und das Marketing eines Guerillas wirkt perfide und aus dem Hinterhalt heraus. Er abeitet im Untergrund und kennt seinen Feind genau. So entwickelt er mit geringem Aufwand erstaunlich wirksame Strategien und zieht gezielt die Bevölkerung auf seine Seite.

Am einfachsten erklärt sich Guerilla Marketing an einem Beispiel aus dem Leben:
Eine befreundete fünfköpfige Punkrock-Band (die hassen mich jetzt bestimmt voll dafür, dass ich sie als Punkrock-Band bezeichne) bat mich um eine Anzeige für das lokale Wochenblatt für ihren ersten öffentlichen Auftritt. Sie hatten 100 Euro, die aber auch für die Schaltung der Anzeige reichen sollten. Es war Sonntag, das Wochenblatt erschien mittwochs und schon am Samstag sollte das Konzert sein. Die Überlegung der fünf war mit Werbung für 100 Euro möglichst vielen Leuten mitzuteilen, dass am Samstag ihr Konzert stattfand. Prinzipiell natürlich sinnvoll. Betrachten wir die Planung mal genauer: 100 Euro von denen 50 Euro schon mal für die Schaltung der Anzeige draufgehen. 30 Euro würde ich als Freundschaftspreis für die Erstellung der Anzeige nehmen. Blieben den Fünf noch ein Zwanni für Bier. ;-)

Wir wohnen in einer relativ kleinen Stadt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes. Die Anzeige erscheint am Mittwoch in einer Auflage von ca. 40.000 Exemplaren. Man sollte nun meinen, dass man damit eigentlich problemlos die ca. 70.000 Einwohner erreicht. Pustekuchen. Die Anzeige erscheint schließlich nur ein mal und von neben den – sagen wir mal – 300 Punkrockern, die so ein Konzert besuchen würden, lesen auch 39.700 völlig Uninteressierte die Anzeige.  Viele Punker werfen aber auch nicht mal nen Blick in die Zeitung und verweigern sich der Presse. Erreichen tut man also eher 150 und wenn sich 10% davon entscheiden zum Konzert zu gehen, werden die Fünf vor einem Publikum von 15 Leutchen Raudau machen. Fazit: Zielgruppe verfehlt!

Wäre in Deutschland leider verboten, aber so bewarb der Pay-TV Betreiber HBO in den USA die Mafiaserie "The Sopranos" - eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten in den Vereinigten Staaten. In Deutschland aufgrund mangelnder Werbung gefloppt?

Ich habe den Fünf dann einen Alternativvorschlag gemacht. Anstatt die Anzeige zu schalten, sollten Sie sich auf ein kleines Experiment einlassen und zuerst einen Schritt zurück zum Marketing machen und dann einen neuen Werbeweg bestimmen. Die Zielgruppe, die sie zu erreichen suchen, sind nicht die Wochenblattleser einer Kleinstadt, sondern Leute mit Interesse an Punkrock, die auch Konzerte kleinerer Bands besuchen.  An die muss man ran. Die erste Reaktion war: “Sollen wir etwa Flyer verteilen?”. Doch mein Konzept sah anders aus. Zuerst einmal entwerfe ich eine Anzeige in Visitenkartengröße – meine 30 Euro nehme ich trotzdem dafür. Die Band kauft ein paar Pakete bedruckbarer Aufkleber für 15 Euro und 5 Busfahrkarten für sich selbst. Wir drucken die Anzeige auf die Aufkleber und ihr fahrt in die Stadt und klebt sie dort auf, wo Punker und Punkrocker so rumhängen. Die fünf hatten wenig Geld für Werbung, aber genug Zeit und vor allem das Wissen, wo und wann die Punker in der Stadt und in den umliegenden Städten so rumhängen. Für ein paar Euro kauften sie außerdem das billigste Büchsenbier aus dem Supermarkt und beklebten es mit den Aufklebern. Die Dosen verteilten sie die Woche über an die bekannten “Szenegrößen” – eine gute Gelegenheit auf das Konzert aufmerksam zu machen und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Später erfuhr ich, dass die Fünf das Konzept noch ausweiteten und die Aufkleber vor Bahnhöfen auf Straßenlaternen, an Auf- und Abgängen zu U-Bahnen-Stationen und über den Pissoirs zweier Punkrock-Kneipen anbrachten. Das war natürlich etwas abseits des Legalen, aber die Fünf hatten das Prinzip des Guerilla-Marketings verstanden. Mit dem geringsten Aufwand ganz gezielt auf die Zielgruppe zugehen und die eigenen Möglichkeiten und Potenziale voll ausschöpfen und die traditionellen Werbungen außen vor lassen. Für das restliche Geld kauften die Fünf weiteres Dosenbier und verteilten es mit Einverständnis des Veranstalters an die ersten 20 Gäste am Konzertabend. Insgesamt kamen knapp 200 Punks aus den umliegenden Städten zum ersten Konzert einer völlig unbekannten Punkband. Letztenendes haben die Fünf ihr komplettes 100 Euro Budget zwar voll ausgeschöpft, aber noch heute werden sie auf mit “Ach, ihr seid doch die mit dem Dosenbier!” angesprochen. Es gab danach bei uns in der Gegend einige “Nachahmer”, aber wer den Weg zuerst geht, zieht auch den größten Nutzen aus einer solchen Aktion.

Ist Guerilla auch was für Sie? Steckt ein Widerstandskämpfer in Ihnen?
Die Geschichte soll natürlich nur ein Beispiel sein, wie man Guerilla Marketing und Guerilla Werbemassnahmen und Werbemittel angeht. Mittlerweile habe ich mich intensiv mit Guerilla Marketing beschäftigt und erkannt, dass es fast für jedes Unternehmen Möglichkeiten zum Guerilla Marketing gibt. Manchmal sind es ganz kleine Kniffe und Handgriffe, um den Werbeeffekt einer Massnahme zu potenzieren. Ein Beispiel:

  • Schalten Sie statt einer Anzeige “Geschäftseröffnung” lieber zwei Anzeigen, in denen sie sich privat zur Geschäftseröffnung gratulieren!

Guerilla Marketing ist extrem. Guerilla ist ziel- und zielgruppenorientiert. Guerilla-Taktiken sind sehr genau auf die Bedürfnisse von Kunden zu geschnitten, daher gibt es keine allgemeingültigen Maßnahmen, die zum Erfolg führen. Trotzdem hier ein paar Beispiele:

  • Eine Firma in den USA sollte Werbung für einen Film machen, bei dem es um einen Geldkoffer geht. Bei einem Budget von 1,3 Mio Dollar ließen sie 1.000.000 Aufkleber drucken und auf 1.000.000 Ein-Dollar scheine kleben. Das Geld wurde in Malls und auf Großveranstaltungen vom Balkon in die Menge geworfen. Es kam zu Massenaufläufen und Massenhysterie. Die Berichterstattung über die Aktionen schafften es sogar in internationale Nachrichtensendungen im Fernsehen.
  • Menschen lassen sich Werbung tätowieren.
  • Ein Aufkäufer von Europaletten warb mit Kleinanzeigen in Schmuddelheftchen, in denen ansonsten Prostituierte ihre Dienste anbieten. Inhalt der Anzeige: Ein Pfeil nach oben und unten, daneben Text: “Brauchst Du Geld für sie oder sie? Verkauf Deine Paletten”.
  • Die Produzenten von “Blair Witch Project” streuten vor Erscheinen des Filmes gezielt Gerüchte, die die Echtheit der Aufnahmen suggerierten.
  • Ein Waschstraßenbetreiber vereinbarte mit Stammkunden, deren PKW immer sehr dreckig waren, dass sie mit dem Finger in den Dreck auf der Heckscheibe schrieben: “Wenn ich wieder bei XY in der Waschstraße war, werden Sie diese Werbung nicht mehr lesen können.” – für 14 Tage damit rumfahren gab’s eine kostenlose Wagenwäsche!
  • Der Besitzer eines Striptease-Club ließ Aufsteller fertigen, die spärlich bekleidete Damen zeigen. Die sind an Laternenpfählen angebracht, die wie die Stangen wirken, an denen die Tänzerinnen normalerweise tanzen. Die Aktion ruft die Medien auf den Plan, es wird in überegionalen Zeitungen mit Bildern darüber berichtet und Sittenhüter bringen die Aktion vor Gericht.
So nutzt Axe im Zuge einer breit angelegten Werbekampagne Guerilla Marketing

So nutzt die Marke Axe Guerilla Marketing im Zuge einer breit angelegten Werbekampagne

Ursprünglich nutzten kleinere und mittlere Unternehmen Guerilla-Marketing intensiv, heutzutage greifen auch Großunternehmen im Rahmen von Werbekampagnen darauf zurück, weil die Kosten in unglaublich guter Relation zum Nutzen solcher Aktionen stehen. Sie sind im Verhältnis zur Wirkung billig, extrem wirkungsvoll und einfach umzusetzen. Das sind natürlich ideale Voraussetzungen, um Teil einer ganzen Werbekampagne zu werden. Daher haben sich kleinere Marketing-Agenturen bereits auf Guerilla Marketing spezialisiert. Allzu häufig handelt es sich allderdings um konventionelle Werbeagenturen, die eigentlich keine echten Guerilla Marketing Konzepte erstellen, sondern ungewöhnliche Werbeideen und Werbemittel vermarkten. Einen Eiswagen in Form einer gerollten Eiswaffel zu bauen, ist definitiv pfiffig, aber kein Guerilla Marketing.

Vielleicht steckt ja auch in Ihnen ein Guerilla! Gerne berate ich Sie, entwickele ein auf Ihr Unternehmen zugeschnittenes Guerilla Marketing-Konzept und setze es um.

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