Archiv für das Tag 'Reise'

 

Andere Länder andere Sitten!

Seien wir ehrlich: Natürlich ist der oben zitierte Sinnspruch arg strapaziert, aber gerade in China – mit seinen vielen Tabus und Traditionen – können soziale Interaktionen ein wahres Minenfeld von Fettnäpchen sein. Viele westlich orientierte Besucher fühlen sich in der ersten Zeit in China, wie der Schwanz der Hauskatze in einem Zimmer voller Schaukelstühle, auf denen hyperaktive Kinder sitzen. Obwohl viele dieser Tabus im Zuge eines sich änderenden Zeitgeistes verschwinden,  gibt noch einige Dinge, die man als Besucher lieber vermeiden sollte. Wer sich als Europäer oder Amerikaner in einem völlig anderen Kulturkreis bewegt, sollte sich zumindest des Umfanges der kulturellen Unterschiede bewußt sein.

Nachfolgend nur ein paar davon:

  • “Vielen Dank für die Visitenkarte – ich gucke später drauf. “

Mittlerweile sollte sich herumgesprochen haben, dass man eine Visitenkarte, die man von einem Chinesen empfängt, würdigen und ein paar Sekunden studieren sollte, bevor man sie einsteckt . Aber viele Menschen beherzigen immer noch nicht, dass man die Visitenkarte nicht in die Gesäßtasche steckt oder in der Seitentasche der Hose verschwinden läßt. Für einen Chinesen ist das gleichbedeutend damit, dass Sie auf “ihm sitzen”…  (im betriebswirtschaftlichen Sinne natürlich …) Zumindest “entwürdigen” Sie der Person damit.

  • “Hier, nimm meinen Regenschirm.”
    Auch wenn diese Damen gerade gut einen neuen gebrauchen könnten, bieten Sie besser niemandem Ihren Regenschirm an.

    Auch wenn diese Damen gerade gut einen neuen gebrauchen könnten, bieten Sie besser niemandem Ihren Regenschirm an.

Bieten Sie einem chinesischen Freund, Geschäftspartner oder Kollegen nie einen Regenschirm an, wenn es anfangen sollte zu regnen. Auch wenn es als höfliche Geste von Ihnen gemeint ist, verbirgt sich dahinter ein Tabu, das einen sprachlich bedingten Hintergrund hat. Das Wort für “Regenschirm” klingt im Chinesischen sehr ähnlich wie das Wort für “Trennung”. Das Anbieten eines Regenschirmes kommt daher eher einer Geste gleich, die bei uns “die Freundschaft kündigen” bedeuten würde. Wenn Sie allerdings genau das vorhaben, ist das Anbieten eines Regenschirmes eine gute Idee. :-)

  • “Und? Trinken wir noch einen nach dem Essen?”

Verzichten Sie nach dem Essen mit chinesischen Freunden oder Geschäftspartnern auf einen “Absacker”. Alkohol nach dem Essen wird von Chinesen oft mit dem “letzten Getränk vor dem Tode” assoziiert – ähnlich wie bei und die “letzte Zigarette”. Und wer will schon, dass der nächste Drink der letzte wird? Wenn Sie sich mit Ihrem chinesischen Freunden einen hinter die Binde gießen wollen, machen Sie das während des Essens und nicht danach.

  • “Oh, wie schön -  ein Geschenk! Das muss ich sofort aufmachen. “

Falls Sie etwas von einem Chinesen als Geschenk bekommen, ist alleine dieser Akt schon ein Zeichen hoher Wertschätzung, aber zumindest großer Akzeptanz. Aber bitte packen Sie das Geschenk nie in Gegenwart des chinesischen Schenker aus und erwarten Sie auch nicht, dass ein Chinese Ihr Geschenk in Ihrem Beisein öffnet. Auch wenn das iPhone-förmige Päckchen Sie noch so verführerisch anlächelt, wird es Ihnen vielleicht nicht gelingen, Ihren enttäuschten Gesichtsausdruck zu verbergen, wenn Sie feststellen, dass es sich um einen Gedichtband mit Posie aus der Tang-Dynastie handelt und nicht um das Gadget Ihrer Träume. :-) Wenn ein Chinese Sie wortwörtlich und sprichwörtlich dazu bringt, vor ihm Ihr “Gesicht zu verlieren”, beschämt er damit gleichzeitig gleichermaßen sich selbst. Schützen Sie also bitte Ihren chinesichen Freund davor, vor Ihnen in Verlegenheit zu geraten.

  • “Aargh!”

Wahren Sie in jeder Situation die Contenance. Auch wenn Ihnen vieles fremd oder gar gefährlich vorkommt, verhalten Sie sich in China nicht, als wären Sie Gast in einer Nachmittagstalkshow! Der Verlust der Beherrschung in der Öffentlichkeit ist in China ebenfalls ein Verlust von Ansehen – sowohl für denjenigen, der sich gerade aufregt, als auch für denjenigen, der das mitansehen muss. Behalten Sie also einen kühlen Kopf und ein beherrschtes Temperament. Dazu gehört auch, dass Sie sich nicht aufregen, wenn Sie (wieder mal) den halsbrecherischten Taxifahrer der Stadt erwischt zu haben scheinen.

  • “Happy Birthday. Hier ist eine schöne Uhr… “

In westlich orientierten Ländern ein schönes Abschiedgeschenk für einen Pensionär, aber in China ein abolutes No-Go: Ein Uhr verschenken!
Eigentlich sollte es sich ebenfalls schon herumgesprochen haben, dass der Akt des Angebotes einer Uhr ähnlich klingt, wie “am Totenbett eines nahen Verwandten zugegen sein” – und damit die Bedeutung “Drop dead!”, “Fall doch tot um!” oder “Deine Zeit ist bald abgelaufen…” erhält. Sogar das Ticken einer Uhr als solches wird mit dem unvermeidlichen Gang zum Grab assoziiert. Auch wenn Sie glauben ein tolles Geechenk gefunden zu haben – lassen Sie es einfach!

  • “… und ein Taschentuch.”

Ähnliches gilt für Taschentücher – kein gutes Geschenk, weil man sich damit gewöhnlicherweise auch die Tränen abwischt. In Deutschland verschenkt man ja auch keinen Kaktus, weil einem sonst unterstellt wird, dass man sich insgeheim wünscht, dass der Beschenkte sich daran sticht.

  • “Können Sie Ihr Handy ausschalten?”

Und wenn es Ihnen auch noch so gegen den Strich geht, fordern Sie nie einen Chinesen auf, sein Handy auszumachen oder seinen Klingelton leiser zu drehen. Chinesen achten schon selbst drauf, wann und wo es angebracht ist, sein Handy anzulassen und es wird als großer Verlust von Ansehen empfunden, wenn man dann tatsächlich aufgefordert wird, sein Handy auszumachen!

So sieht ein "gehörnter Ehemann" in China aus - er hat einen grünen Hut auf.

  • “Hey, Mann. Hier gibt’s einen grünen Hut für dich. “

Wieder so ein Geschenke-Tabu: Schenken Sie einem verheirateten Mann keinen grünen Hut oder Mütze. “Den grünen Hut aufgesetzt bekommen” ist nämlich vergleichbar damit “Hörner aufgesetzt zu bekommen” – mit einem grünen Hut unterstellen Sie dem Mann, dass seine Frau ihn betrügt und er nichts davon mitbekommt!
Ja, ja – so ist China!

  • “Was guckst Du?”

Auch wenn Sie als Europäer durchaus mal Ziel des Blicke Ihrer chinesischen Umgebung sind, vermeiden Sie es einfach, zu lange Augenkontakt zu suchen und zu halten! Das gilt sowohl für Anstarren als auch für wohlwollende oder bewundernde Blicke. Nonverbale Äußerungen oder Gesten sind noch viel schwerer zu erkennende Fettnäppchen, als Worte! Zuviel “Glotzen” wird in der Regel als Missbilligung ausgelegt, auch wenn es mit Sympathie gemeint ist und zu langes “Anstarren” wird von vielen Chinesen als bedrohlich empfunden. Das heißt natürlich nicht, dass Sie einen Gesprächspartner nicht auch mal ansehen sollen – etwa ein Drittel der Zeit Augenkontakt suchen ist eine gute Faustregel.

Wie schon eingangs erwähnt, verlieren viele dieser Regeln bei den jüngeren Generationen an Wichtigkeit und Beachtung, aber Chinesen sind in der Regel sehr traditionsbewußt und kennen die Bedeutungen zumindest. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, beherzigen Sie die oben genannten Regeln im täglichen Leben in China oder im Umgang mit chineschen Freunden lieber – zeigen Sie Rücksicht, Einsicht und vor allem kulturelles Entgegenkommen und Verständnis – insbesondere bei der Kommunikation mit der älteren Generation. Täte uns in Deutschland auch gut, oder?

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China ist groß und bietet tausende von Hotels für Touristen. Aber die Auswahl ist unübersichtlich und es ist nicht gerade einfach, als Backpack-Traveller ein einfaches Hotel zu finden. Viele Hotels erfüllen natürlich internationale Standards, allerdings auch im Preis. Eine Alternative sind Zimmer in Hotelketten – wie die Home Inns.

Home Inns gibt es praktisch in allen größeren Städten Chinas – zumindest aber in den Provinzhauptstädten. Im Osten ein paar mehr, nach Westen oder in entlegenden Gegenden ein paar weniger. Ich habe in insgesamt drei verschiedenen Zimmern (und Hotels) der Kette genächtigt.

Ich bin, was die Hotelwahl angeht, nicht besonders wählerisch. Für mich war wichtig, dass es halbwegs sauber ist, dass ich irgendwo schlafen kann und vor allem, dass es nicht teuer ist. Genau das bieten die Home Inn. Auf jeglichen Luxus (wie Zimmer-Service) kann ich gut verzichten, obwohl auch den einige Home Inn in eingeschränkter Form anbieten.

Kosten
Für alle, die günstig in China übernachten wollen, das Interessanteste zuerst. Ein Zimmer mit Kingsize-Bett in einem Hotel der Home Inn-Kette kostet zwischen 200 und 230 Yuan pro Übernachtung – das entspricht zur Zeit sagenhaften 21,- bis 25,- Euro – über den Daumen gepeilt. Der Preis beinhaltet nur die Übernachtung, Frühstück ist exklusive und kostet um die 15 Yuan (1,60 Euro). Dazu kann ich allerdings nix sagen, weil ich ‘eh immer außerhalb gegessen habe. Natürlich bekommt man auch deutlich teurere Zimmer in der Home Inn-Kette.

Bezahlt wird übrigens nicht im voraus, sondern man gibt an, wie lange man zu bleiben plant. Anschließend hinterlegt man eine Kaution (“deposit”), die in der Regel das 1.5-fache des Preises des Zimmers pro Nacht beträgt. Verwahren Sie um Himmels Willen Ihre Quittung gut, denn später wird Ihre Kaution mit den tatsächlichen Zimmerkosten verrechnet. Wenn Sie länger als geplant bleiben, setzt sich die Rezeption irgendwann mit Ihnen in Verbindung und Sie müssen Kaution nachzahlen.

Wie alle Hotels in China übernehmen auch die Home Inn die Abwicklung der Meldepflicht für Ausländer. Man bucht sein Zimmer am Besten im voraus. Macht man das sehr kurzfristig, hinterläßt man besser eine Telefonnummer, weil die Home Inn auch gerne nochmals zurückrufen, wenn man etwas später eincheckt als geplant. Ein- und Auschecken kann man in der Regel 24h am Tag. Die Rezeption war jedenfalls durchwegs besetzt. Man kann auf kleinere Sprachprobleme treffen, wenn man spät abends anreist, aber die Leute, die an der Rezeption arbeiten, sprechen natürlich Englisch – zumindest was die Abwicklung der Formalitäten angeht. Das gilt leider nicht für den Rest des Personals, zumindest kann man es nicht erwarten. Die Menschen sind freundlich und geben sich große Mühe, die Gäste nicht zu stören.

Die Zimmer
Die Zimmer, die ich kennengelernt habe, hatten alle den Charme einer Jugendherberge in den 90er. Die Betten waren alle sauber und frisch bezogen. Allerdings tummelten sich in Beijing auch schon man ein paar kleine Wollmäuse unterm Schreibtisch. Man kann auch Pech haben und trotz Kingsize-Bett ein ansonsten wirklich kleines Zimmer erwischen. Sei’s drum – Sie wollen ja da schlafen und keinen Tanzkurs absolvieren, oder?

Auch ein cooles Zimmer. Die Dusche mitten im Raum mutet es ein wenig an, wie auf einer Raumstation. :-)

Auch ein cooles Zimmer. Die Dusche mitten im Raum mutet es ein wenig an, wie auf einer Raumstation...

Alle Zimmer haben einen Fernseher mit den üblichen staatlichen chinesischen Programmen, aber auf CCTV9 (CCTV News) gibt’s rund um die Uhr englischsprachige Nachrichten. On-Demand-Video o.ä. sucht man vergeblich. Zur Zimmerausstattung gehört ein Wasserkocher, ein paar Flaschen Wasser (0,5L) oder gleich ein Wasserspender, der bei Bedarf auch heißes Wasser für Tee oder Instant-Kaffee liefert (den man sich aber selbst mitbringen muss). Alle Zimmer, die ich hatte, haben einen Internetanschluss in Form eines Patch-Kabels, das aus einer Netzwerkdose aus der Wand hängt. WLAN gehört wohl eher nicht zur Grundausstattung. Natürlich gibt’s die üblichen chinesischen Internetbeschränkungen. Ansonsten ist die Ausstattung karg: Ein Schreibtisch, Stuhl, eventuell Kofferablage, kein Schrank (!), zwei Becher oder Tassen, ein paar (etwas wackelige) Ablagen im Bad, ein eingeschweißtes Set aus Zahnpasta und Zahnbürste – sonst nix.

Die Zimmer, sind in der Regel Raucherzimmer, ein Aschenbecher steht irgendwo im Zimmer, manchmal treibt der sich am Fenster rum. Das Rauchen auf dem Bett ist verboten, die Fenster lassen sich nur teilweise öffnen. Die Lichtschalter sind Chinesich und Englisch beschriftet. Manchmal stößt man auf Improvisation bei Installationen oder Reparaturen der Zimmer. Da gibt’s schon mal eine Schraube, die das Öffnen eines Fensters verhindert oder einen dünnen Schlauch, der aus des Decke in der Dusche in den Abfluss führt und dessen Sinn und Zweck mir bis heute verborgen blieb. Für 21,- Euro pro Nacht frage ich aber auch nicht nach.

Die Zimmer sind natürlich mit kleinen Hinweiskärtchen versehen, wie Wäscherei-Service, Kosten der Einrichtung, wenn man was kaputt macht oder klaut, Fernseh-Bedienhinweise und meist eine Karte der Stadt, in der man sich befindet. Schlauerweise komplett in Mandarin. ;-) Man bekommt an der Rezeption zusammen mit der Schlüsselkarte ein kleines Papieretui, auf dem der Name des Hotel und die Adresse in Englisch und Mandarin stehen. Sehr nützlich, um sie dem Taxifahrer zu geben, wenn man wieder zurück ins Hotel will – wäre da nicht der Umstand, dass der Aufdruck der chinesischen Schriftzeichen viel zu klein ist. Also besser nach einem Taxifahrer ohne Sehschwäche suchen. :-D

...es geht aber auch ganz "normal".

Die Zimmer werden nach einem Mindestmaß sauber gehalten. Die Betten werden gemacht und (zumindest in den Hotels, in denen ich von Home Inn war) konnte man den Laptop herumstehen lassen. Der Reinigungsservice spricht zwar nur in Ausnahmefällen Englisch, aber zumindest wurde mit der Zimmerkarte geprüft, ob ich wirklich Gast bin und das Zimmer bewohne, als ich mal während der Zimmerreinigung in mein Zimmer zurückkehrte. Trotzdem sollte man auf keinen Fall Bargeld herumliegen lassen. Die Home Inn haben keine Safes auf den Zimmern, bieten aber die Verwahrung im Hotelsafe an. Aus welchen Gründen auch immer sind die Chinesen mit dem Toilettenpapier etwas geizig. Seien Sie sparsam damit. Übrigens gibt’s keine Toilettenbürsten in China (ich glaube, die finden das einfach zu ekelhaft), dafür haben die Toiletten ein “Durchspülsystem” anstelle eines einfachen Abflusses. Ich überlege schon, mir auch so eine Toilette zuzulegen. :-) Insgesamt sollte man auf die Zimmerreinigung nicht allzu viel Wert legen. Ab und an wird durchgefegt, die Betten täglich gemacht, die Toilette und das Badezimmer sauber gehalten, Wasserflaschen ersezt,  der Aschenbecher und Papierkörbe entleert, aber das war’s dann auch schon. Einfach und sauber – einfach sauber, aber eine Hoteltester würde hier seine Bestimmung erfüllen. ;-)

In unregelmäßgen Abständen werden einem übrigens kleine Zettelchen von Damen, die “Special Services” *hust-hust* bieten, unter der Tür durchgeschoben – komplett auf Chinesich – also Glücksspiel für interessierte ausländische Gäste *g*. Wegwerfen ist sinnlos – aus geheimnisvollen Dimensionslöchern tauchen diese Kärtchen immer wieder auf. Auch das Zurückschieben auf den Flur als Zeichen von Desinteresse macht keinen Sinn. Man muss diesen Real-SPAM einfach hinnehmen.

Lage
Bezüglich der Lage sollte man keine Kompromisse eingehen. Den Vorzug sollte man Hotels geben, die

  • in der Nähe einer U-Bahn-Station liegen
  • oder wenigstens in der Nähe einer Buslinie
  • die mehrere Restaurants in der Nähe haben
  • die an einer mehrspurigen Straße liegen (wg Taxi)
  • in der Beschreibung auf Märkte oder Malls hinweisen

Ansonsten kann man eigentlich bezüglich der Lage nicht viel falsch machen.

Buchen
Leider findet sich auf der englischsprachigen Version der Website der Home Inn-Hotels keine Buchungsmöglichkeit, sondern nur eine auf der chinesischen Website von Home Inn. In Deutschland dort kann man aber schon mal nach dem richtigen Hotel suchen (Google-Übersetzer sei Dank) und dann in einem deutschen Reisebüro buchen. Oder man bucht vor Ort, was natürlich auch ein Glückspiel sein kann.

Fazit
Billig in China zu nächtigen ist einfach, wenn man nicht allzuviel Luxus erwartet. Die Home Inn-Hotelkette bietet eine kostengünstige Alternative zu teueren Touri-Hotels zu einem fairen und angemessenen Preis.

Natürlich sind meine Hinweise nur als Tipp und Erfahrungswert gemeint – keine Garantien. :-)

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Beijing by night

Wenn ich meiner kleinen Cousine China beschreiben sollte, würde ich sagen, dass China gaaanz weit weg ist, dass China sehr sehr groß ist und dass dort sehr sehr viele Menschen wohnen. :-)

Nach einem Kopfschmerzanfall, der durch eine “Zaubertablette” von einer sehr fürsorglichen Flugbgleiterin von Aeroflot davon abgehalten wurde, sich zu einer ausgewachsenen Migräneattacke zu entwickeln, bin ich glücklich in Schanghai gelandet. Ich war unglaublich happy, dass sich meine Freundin Ning in China anfangs um alles gekümmert hat. Alleine ist man da erstmal hilflos aufgeschmissen, weil (trotz EXPO 2010) kaum ein Taxifahrer Englisch spricht. Tipp für alleine Reisende: Die meisten Hotels bieten die Möglichkeit, sich die Adresse für den Taxifahrer auszudrucken.

Um dem Jetlag zu entgehen, sollte man versuchen, sich so schnell wie möglich der Ortszeit anzupassen. Lieber “durchmachen”, als tagsüber schlafen – so hat man schneller und auch länger was vom Urlaub. Wasser trinkt man (wie in jedem anderen fremden Land) am besten erstmal nur aus Flaschen. Ning hat mir angesehen von 2-3 Touristen-Orten eine ganz andere Seite von Shanghai gezeigt. Als erstes sollte man mal die Stereotypen von Fahrrad-überfluteten Straßen aufgeben. Die Straßen sind voller Autos (großer Teil deutsche Mittelklassewagen und Luxusschlitten) und wirklich jeder Quadratmeter Wand ist mit Reklame versehen. Was Werbung angeht, heißt es in Chinas Großstädten aber “Klotzen statt Kleckern”. Nix Plakate oder Schilder, alles Megafernsehwände und haushohe Leuchtreklamen, Flimmern, Blinken und selbst Schornsteine werden zu “Thermometern” umfunktioniert, die man noch aus 2-3 Kilometern ablesen kann.

Nach ein paar Tagen ging’s nach Beijing. Ebenso wie in Shanghai war’s tagsüber recht winding, aber warm (Glück gehabt mit dem Wetter), die Luft trocken und klar. Letzteres ist wohl im Sommer eher nicht der Fall – besonders in Beijing. In den Großstädten verzichten die chinesischen Autofahrer und besonders die Taxifahrer alle Verkehrszeichen, bis auf rote Ampeln. Wer eine Straße überquert – sogar auf einem Zebrastreifen oder an einer Fußgängerampel sollte nicht auf einen Rundumblick verzichten. Mal eben nach links und rechts gucken reicht nicht.
In Beijing waren wir in der Nähe der letzten Uni meiner Freundin untergebracht. In diesem Distrikt fällt man als Westerner nicht ganz so auf, bzw, wird zur Kenntniss genommen, aber das war’s dann eigetlich auch schon. Wer nun meint, dass ein 2m-Kerl einfach auffallen muss, hat natürlich nicht ganz unrecht, aber nicht alle Chinesen sind klein (Ning ist 1,80m). Ist wohl eher so eine regionale Sache und gerade in den Großstädten haben die Leute schon genug Kurioses gesehen, um von einem Westerner bleibend beeindruckt zu sein.

Shanghai - sich zu verlaufen ist ungünstig!

Shanghai - sich zu verlaufen ist ungünstig!

Unbedingt erwähnen sollte man das Essen. Obwohl ich’s nicht ganz richtig mache (die Feinmotorik lernt man wohl in der Kindheit), komme ich mit Eßstäbchen gut zurecht – ich habe aber auch vorher geübt, denn Messer und Gabel bekommt man nur auf Verlangen – natürlich auf Chinesisch. :-) Sehr wenige Leute im Hotelgewerbe und Gastronomie sprechen Englisch. In Beijing war ich 2 Tage auf mich gestellt. Man kriegt das hin, wenn man es hinbekommt, ein paar Brocken Mandarin hervorzuwürgen. Ein Chinaaufenthalt und eine Freundin, die Englisch studiert hat und auch 3 Jahre deutsch gelernt hat, helfen übrigens ungemein weiter. ;-)
Das chinesische Essen ist nicht so scharf, wie man glaubt. Vorurteil. Natürlich kann man überall auch etwas sehr scharfes bestellen aber das betrifft vielleicht 20% der Gerichte. Ich habe nicht ein einziges mal westlich gegessen – nicht mal Mc Donalds oder KFC. Es wird sehr viel Wert auf jede Mahlzeit in China gelegt und alle Mahlzeiten warm gegessen. Okay, Frühstück haben wir ausgelassen – aus Gründen. Im Frittieren sind die Chinesen echte Könner – in Sachen Nachtisch eher Loser. Mahlzeiten werden entweder geteilt oder wenn man “für sich” bestellt, gibt’s was zum Teilen dazu. So ißt man eigentlich von allem mal was. Serviert werden keine “Gänge”, sondern in der Reihenfolge in der die bestellten Gerichte fertig sind. Als Getränk bekommt man grundsätzlich grünen Tee oder heißes (!) Wasser serviert (oder bestellt sich was anderes dazu). Das heiße Wasser als Getränk erscheint erstmal gewöhnungsbedürftig, ist es aber gar nicht. Das Essen ist reichhaltig und unglaublich günstig. Selbst als wir mal mit 4 Leuten richtig ordentlich in einem netten Restaurant reingehauen haben, haben wir zusammen 425 Yuan bezahlt. Das sind etwa 40 Euro – bezahlt man für eine Person in Deutschland. Trinkgeld gibt man übrigens grundsätzlich nicht. Wer das versucht, ist selber schuld, denn es führt eher zu Verwirrungen.

In den Großstädten kann man sich leicht zu Tode einkaufen. Ich hätte locker mit ‘nem leeren Koffer reisen können und mir meine Sachen in China kaufen können – wenn sie denn Übergrößen standardmäßig im Angebot hätten. Mal so als Vergleich: Man geht in einen “Markt”. Dort reiht sich Geschäft an Geschäft – alle verkaufen wirklich gute Klamotten. Hat man die Horde von an den Eingängen stehenden und Touris bequatschenden Menschenfängern, die einem zu “Markenwaren” führen wollen, erstmal durch “bu ya” (“nicht kaufen”) abgehängt, betritt man einen solchen Markt, der locker die Größe des CentrO Oberhausen hat, aber auf 5 Stockwerken und dort wird dann nur Bekleidung verkauft. Gleiches gilt für “Elektromärkte”, in denen man vom gebrauchten Handy bis zum Plattenspieler so ziemlich alles kaufen kann, was das Herz begehrt. Diese Märkte sind so groß und unüberschaubar, dass es sehr sehr schwer fällt, sich zurecht zu finden.

Das waren jetzt aber mal nur ein paar kleine Eindrücke. Vielleicht (oder sogar ganz bestimmt) folgen weitere. Leider muss ich sagen, dass ich praktisch keine Fotos oder Videos gemacht habe. Sorry, aber dann hätte ich fast nur noch mit der Knipse oder dem Camcorder hantiert – darauf hatte ich schlicht und ergreifend keine Lust.

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