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Wordpress ist die wohl beliebteste und am weitesten verbreitete Software zur Erstellung von Weblogs weltweit. Pimpen Sie Ihre WordPress-Installation mit den Plugins, die Sie sich wünschen!

Immer mehr Webseitenbetreiber haben erkannt, dass eine Internetpräsenz mit statischen Inhalten auf Dauer nur mäßig besucht wird. Wer besucht schon eine Website zweimal, wenn er erwarten kann dieselben Inhalte vorzufinden? Wechselnde Inhalte und interessanter Content dagegen verlocken den Besucher zu einem erneuten Besuch. Außerdem erleichtert die Themenvielfalt das Auffinden einer Website. Umfragen ergaben, dass die meisten Internetnutzer nur etwa 15 Seiten haben, die sie regelmäßig besuchen – keine davon hat statische Inhalte.

Das WWW ist schon vor 10 Jahren der “erweiterten Telefon- und Branchenbuchfunktion” entwachsen. Gefragt ist heutzutage “Content” und “Kommunikationsbereitschaft”. Die Inhalte vieler Webseiten werden deshalb nicht mehr umständlich von Webmastern eingepflegt, sondern von den Betreibern selbst erstellt. Das erzeugt nicht nur Kundennähe, sondern macht die Inhalte auch interessanter, aktueller und pflegeleichter.

Aus der Blogsoftware “WordPress” ist nach und nach ein vollständiges Content Management System (CMS) entstanden, das nicht mehr nur Individualisten ein einfaches “Online-Tagebuch” zur Verfügung stellt. Einige Websites haben einen eigenen Blog auf WordPress-Basis in ihre Website intergriert, doch viele sind dazu übergegangen, ihre Website direkt als Blog zu betreiben. Marktführer “WordPress” ist dazu die allererste Wahl.

Wer WordPress nur ein paar Tage betrieben hat, merkt schnell, dass man es einfach an seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse anpassen kann. Fehlende Funktionen lassen sich schnell durch Installation von Plugins nachrüsten, wie man sie aus modernen Browsern kennt. WordPress-Plugins sind kostenlos und haben eine gewaltige Entwicklergemeinde und es gibt kaum eine Erweiterung, die nicht irgendwann schon mal jemand programmiert hat.

An dieser Stelle präsentiere ich auf Grundlage meiner Erfahrungen meine Topp-Liste von nützlichen (oder besser gesagt “unumgänglichen”) WordPress-Plugins:

  • Askimet – Wer bereit ist und die Zeit hat, sich mit Anmerkungen, Kritik und Wünschen seiner Besucher auseinanderzusetzen, aktiviert die Kommentarfunktion von WordPress. Natürlich kann man jeden Eintrag per Hand prüfen und freischalten – oder auch nicht freischalten, aber Spammer für Potenzmittel, eBooks und sonstigen Schrott, missbrauchen die Kommentarfunktion und sorgen dafür, dass man schnell mehr damit beschäftigt ist, Spam auszusortieren als Kommentare freizuschalten. Askimet sorgt für Abhilfe. Es wird mit jeder WordPress-Installation geliefert und muss nur aktiviert werden. Dazu muss man sich einen API-Key erzeugen lassen und bei den Einstellungen eintragen. Das ist viel einfacher als klingt, auch wenn Sie noch nie etwas von einem API-Key gehört haben. Askiment überprüft von diesem Moment an die Kommentare nach Spam und sortiert ihn aus. Die Funktionsweise ist sehr zuverlässig, den Akiment meldet jeder Spammarkierung eines Benutzers an einen zentralen Server und vergleicht mit heuristischen Methoden jeden neuen Kommentar mit dieser “Liste”.  In 4 Monaten hat Askimet so mit einer Treffergenauigkeit von 98.413% bei mir Spam aussortiert.
  • All in one SEO Pack – Search Engine Optimation (SEO oder Suchmaschinenoptimierung) hilft durch diverse Einstellungen den Crawlern und Spidern von Suchmaschinen, Ihre Seite zu erfassen und gemäß ihren Wünschen zu indexieren. Und das All in one SEO Pack hilft Ihnen alle relevanten Einstellungen zur Suchmaschinenoptimierung im Griff zu behalten. Bis ins kleinste Detail kann man so zum Beispiel den Google Bot helfen die relevanten Stichworte und Suchbegriffe zu erkennen. Ist relativ viel Arbeit, aber auch mit den “gesunden” Grundeinstellungen kann man schnell auf der ersten Seite in den Suchergebnissen landen. Auf Dauer ist dieses Plugin sowieso Pflicht.
  • Google XML Sitemap – Google liebt Sitemaps. Sitemaps sind sozusagen Karten für Google, die den Aufbau, Inhalt, Relevanz und die Struktur einer Website wiederspiegeln. Aber so eine Sitemap zu pflegen ist aufwändig. Dieses Plugin nimmt die Aufgabe freudig an und generiert eine Sitemap (plus einer geZIPten Version) und stellt sie dem Googlebot bereit. Und das läuft alles automatisch und wird aktuallisiert, sobald ein neuer Beitrag erstellt und online geschaltet wird. Darüber informiert dann Google XML Sitemap auch sofort Suchdienste, wie Google, Yahoo, Bing und Ask und fügt die Sitemap auch sofort einer virtuellen “robots.txt” hinzu, in die die Suchmaschinen gerne einen Blick werfen, wenn sie eine Seite indexieren. Die Suchmaschinen erkennen schnell die Aktuallität Ihrer Website und besuchen sie auch häufiger!
  • Contact Form 7 + Really Simple CAPTCHA – Wer seinen Usern seine E-Mail-Adresse nicht verraten möchte, bietet Ihnen ein Kontaktformular an. Das leitet eingehende Nachrichten auf die eigene E-Mail-Adresse weiter. Contact Form 7 läßt sich bis ins Detail einstellen und generiert eine Seite zur Kontaktaufnahme für Ihre Besucher. Leider wird so ein Kontaktformular auch gerne für SPAM missbraucht, der dann automatisiert durch Bots (Computerprogramme) versendet wird. Um das zu verhindern, muss man wenigstens sicherstellen, dass Menschen einen Eintrag machen. Dazu dient Really simple CAPTCHA. Für jeden Eintrag wird ein einmaliger 4-stelliger Code generiert und als Bild dargestellt. Ein Mensch muss diesen Code lesen und eingeben, sonst kann er keine Nachricht senden. Real Simple CAPTCHA könnte etwas ausgefeiltere CAPTCHA (eben diese Bildchen) erzeugen, aber es bleibt seinem Namen treu und funktioniert einfach. Außerdem ist RSC bereits auf die Zusammenarbeit mit CF7 vorbereitet und die Integration ist einfach. Ein Gespann wie Jonathan und Jennifer Hart aus “Hart aber herzlich”.
  • Category Order – Beiträge lassen sich in WordPress in Kategorien einordnen, und diese Kategorien kann man sich im Menü anzeigen lassen. Da es sich bei WordPress ja ursprünglich ja um ein BLOG-System handelt, sortiert es die Kategorien zum schnellen Auffinden alphabetisch. Viele Websitebetreiber möchten aber die Kategorien als “Menüpunkte” nutzen und die Reihenfolge selbst bestimmen. Entweder muss man nun ein Text-Widget selbst erstellen und jeden Menüpunkt per Hand eintragen und bei Änderungen immer wieder updaten, oder man nutzt Category Order und sortiert seine Kategorien per Drag & Drop. (Leider habe ich mich mit dem “Menü-Widget” in WP 3.0.1 noch nicht wirklich vertraut gemacht. Scheint so, als mache der dieses Plugin vielleicht überflüssig)
  • Newsletter – das beste Newsletter-Tool für WordPress, dass ich gefunden habe und dass (ohne Gewähr) den strengen deutschen Regeln zum Anbieten eines Newsletters gerecht wird – zumindest, wenn man die Einstellungen entsprechend setzt. Sehr großzügige Einstellungsmöglichkeiten und Mehrsprachigkeit, Double-Opt-in – alles drin! Tipp: Spammen sie nicht mit Ihrem Newsletter zu viel herum. Nutzen Sie lieber auch einen Bereich “News & Aktuelles” auf Ihrer WordPress-Seite. Nur besonders wichtige oder interessante Hinweise oder Angebote sollten in einen Newsletter. Und denken Sie dran, dass nicht die Tatsache, dass Sie eine Nachricht in einen Newsletter packen, diese auch für den Empfänger interessant macht.
  • iMatter WP FAQ – Wenn Sie WordPress betreiben und eine kleine Fangemeinde aufgebaut haben (das passiert je nach Ihrem Angebot an interessanten Artikeln und Beiträge recht schnell), könnte es passieren, dass Ihnen wiederkehrend immer dieselben Fragen gestellt werden. Auch Freunde und Bekannte stellen vielleicht immer wieder dieselben Fragen und sie geben immer wieder dieselben Antworten. Wenn das so ist, sollten Sie überlegen iMatter WP FAQ als Plugin in Ihrer WordPress-Installation zu nutzen. Hier können sie einfach und effektiv eine schön in Kategorien unterteilte Seite erstellen, die alle Fragen beantwortet und simple zu bedienen ist. Natürlich macht das immer noch Arbeit, aber dann müssen Sie jede Frage nur 1 mal beantworten und nicht x mal.
  • NextGEN Gallery – Photoblogs werden immer beliebter. Jeder präsentiert gerne seine Schnappschüsse in Galerien oder baut Bilder oder Diashows in seine Beiträge an. WordPress bietet schon von Hause aus eine große Menge an Möglichkeiten zur Darstellung von Multimedia-Inhalten. Wem das immer noch nicht reicht oder wer die Darstellung unabhängig vom gewählten Theme für WordPress darstellen möchte, sollte sich den Platzhirsch unter den Plugins für Galerien in WordPress ansehen. NextGEN Gallery bietet so unglaublich viele Darstellungs- und Manipulationsmöglichkeiten, dass es beinahe sein eigenes “Bilderbuch zum Selberbauen” ist.
  • Sexy Bookmarks – Der Name ist nicht nur Programm, sondern gleich Plugin. Sexy Bookmarks ist sexy! Mit Sexy Bookmarks geben Sie Ihren Besuchern (und sich selbst!) die Möglichkeit, Ihre Beiträge und Artikel zu beinahe jedem sozialen Netzwerk weiterzuleiten und mit Freunden und Bekannten oder Geschäftspartnern zu teilen. Teilen auf Facebook oder seinen Followern tweeten war noch nie so einfach. Sexy Bookmarks stellt auf Wunsch Verbindungen zu so vielen Netzwerken her, dass man die Auswahl dringend einschränken sollte. :-) Man kann unter, über, bei, an oder frei eine Leiste mit zuvor gewählten Icons zu jedem Artikel plazieren. Findet einer Ihrer Besucher einen Ihrer Beiträge gut, kann er aus diesen Icons wählen und einen Link  in seinem Netzwerk veröffentlichen. Ihre Besucher machen sich so gegenseitig auf Ihre Website aufmerksam, insoweit sie glauben, dass sie dort als relevant erachtet wird. Zielgruppengenauer kann man einen Hinweis auf einen Artikel nicht weitergeben – lassen Sie Ihre Besucher entscheiden, wem er Ihren Beitrag lesen lassen will.

Meine Topp-Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit sondern entspringt meinen Erfahrungen und der Suche nach nützlichen und einfach zu bedienenden Erweiterungen für WordPress. Ich habe in der Liste bewußt nicht auf die WordPress-Plugin-Suche, sondern auf die Websites der Entwickler gelinkt. Dort bekommen Sie auch weitere Informationen zu anderen Arbeiten der jeweiligen Programmierer. Wer die Plugins suchen und installieren möchte, Screenshots sucht oder wissen möchte, welches Plugin mit welcher Version von WordPress zusammen arbeitet, sollte unbedingt einen Blick in die offizielle Suchseite für WordPress-Plugins werfen. Dort finden sich die Downloads und Installationshinweise. Viel Spaß beim Stöbern!

Schlussbemerkung
Als Schlusswort möchte ich darauf aufmerksam machen, dass keines der Plugins ein Zaubermittel zur Steigerung der Beliebtheit Ihres Blogs ist! Alle nehmen Ihnen nur eine Menge Arbeit ab oder stellen zusätzliche Funktionen für Sie und Ihre Besucher bereit. Aber es gibt dieses Zaubermittel für Besucherandrang. Es nennt sich “Content” also Inhalt.

Schreiben Sie interessante Artikel – das ist der Sinn und Zweck eines Blogs! Hüten Sie davor Texte zu kopieren, bzw, zu klauen! Darauf reagieren erst die Suchmaschinen und dann die Urheber äußerst allergisch – zu Recht. Schreiben Sie interessant, aktuell und viel. Wenn Sie das nicht können, brauchen Sie WordPress nicht. ;-) Und glauben Sie bitte nicht, dass “ab und zu mal was schreiben” reicht. Es reicht auch nicht einmal im Monat Joggen zu gehen, um fit zu werden! :-)

Content counts!

…und nicht die Menge und Qualität der installierten Plugins!

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Früher habe ich lange Zeit in einer großen Videothek gearbeitet. Ich weiß gar nicht, ob es das “Berufsbild Videothekar” gibt, aber in dieser Zeit stolperte man manchmal über kleine Perlen der Filmgeschichte, die obgleich unglaublich gut in den hintersten Ecken vor sich hingammelten. Ebenso fanden sich aber unter den Neuerscheinungen oft Produktionen, die es – aus welchen Gründen auch immer – nicht in die Kinos geschafft haben oder sich schlicht und ergreifend als Flop erwiesen – manchmal ungerechtfertigt.

Leider hat das Fernsehen mit der “großen Sommerflaute” begonnen, wie ich die Zeit bis September nenne, in der keine neuen Serien starten und die letzten oder vorletzten Staffeln nochmal schnell durch’s Programm geheizt werden. So kann man sich drauf verlassen, dass alles, was man im Fernsehen gerne und regelmäßig guckt und wo nicht irgendwo “Neue Folge” eingeblendet wird, alter Kroams ist.

Um dem zu entgehen, stöbere ich immer häufiger bei Maxdome und iTunes – bei letzterem besonders seit ich mit dem iPhone endlich Filme auf dem Fernseher abspielen kann. Dabei bin ich auf ein paar sehr gute Spielfilme gestoßen, die ich hier kurz vorstellen will.

Surrogates – mein zweites ich

Blutverschmierter Bruce, wie wir ihn kennen und sehen wollen.

Vielleicht habe ich den ja nur in Deutschland in den Kinos verpasst, aber Surrogates ist wirklich gut. Bruce Willis spielt die Hauptrolle in dem SF-Thriller. Die urbane Gesellschaft kommuniziert und agiert praktisch nur noch als “Surrogates” – Cyborgs, die von zu Hause via Gedanken gesteuert werden. Menschliche Kontakte sind selten geworden – lieber bewegt man sich mit seinem niemals alterenden Alter-Ego und lebt sein Leben als der oder die, der/die man sein möchte. Nur wenige Menschen verwehren sich dem und leben weiterhin in streng abgeschiedenen Zonen. Als alternder Polizist muss Bruce Willis jetzt ein paar Morde aufklären und verliert dabei seinen eigenen Surrogate – obwohl verängstigt wird ihm wieder bewußt, wie sehr ihn das Leben als Surrogate seiner Frau, seiner Umwelt und ihm selbst entfremdet hat. Die Nachforschungen führen in die Welt des Widerstandes…

Der Film ist echt ganz gut, Besetzung passend und aus meiner kleinen Auswahl wahrscheinlich noch der teuerste Film bzgl. der Produktionskosten. Leider ist er etwas kurz geraten, aber das ist mir noch allemal lieber als diese “aufgeblasenen Hollywood-Schinken”, die sich unsäglich in die Länge ziehen, um die 90Minuten-Schallgrenze zu durchbrechen. Daher vielleicht in den Kinos in Deutschland etwas untergegangen, wenn ein 3D-Hyper-Special-Aktion-Film wie Avatar mit einem paar Hundert-Millionen-Budget die Kinokassen sprengt. Leider bleibt “Surrogates” letztenendes hinter den durch die Besetzung mit Bruce Willis in der Hauprolle hochgeschraubten Erwartungen zurück.  Zu oberflächlich ist die Gesellschaftskritik ebenso wie das Motiv der Entfremdung durchschaubar ist.

Von mir bekommt “Surrogates – Mein zweites Ich” die (Schul-)Note 2(-).

BUG

Agnes und Peter auf Käfersuche im heimischen Hotelzimmer - auf der Spur einer paranoiden Phobie oder der ekelhaften Wahrheit?

Agnes ist eine einfache Kellnerin im mittleren Westen der USA, wo der Hauptgesprächsstoff wahrscheinlich das Wetter, die nächsten Maisernte und das letzte Woche verstreckte Todesurteil ist. Agnes lebt ein einfaches Leben, aus dem man wohl auch nur mit kleinen Ausflügen in Drogenkonsum entfliehen kann und kellnert in einer Lesbenkneipe. Sie lebt in einem Motelzimmer und wird des öfteren telefonsich von Ihrem Ex-Mann belästigt. Schließlich stellt ihr eine Freundin den eher schüchterenen und introvertierten Peter vor. Sie verlieben sich ineinander, doch Peter ist ein geheimnisumwitterter Kriegsveteran, mit einer ausgewachsenen Phobie gegen Krabbeltiere. Agnes gerät immer weiter in den Sog der Neurosen und paranoiden Vorstellungen von Peter – schließlich taucht sogar ihr Ex-Mann wieder auf. Wieviel Wahrheit steckt in Peter’s Wahnvorstellungen und wieviel ist Fantasie?

Der ganze Film spielt praktisch in dem Motelzimmer, das von Agnes und Peter immer weiter umgestaltet wird und irgendwie ihre manischen Vorstellungen widerspiegelt. William Friedkin gewann im Jahr 2006 den FIPRESCI-Preis der Internationalen Filmfestspiele von Cannes – nicht zu unrecht wie ich finde. Leider merkt man dem Film deutlich an, dass er aus einem Bühnenstück entstanden ist. Das tut der schauspielerischen Leistung der Akteure aber keinen Abbruch. BUG ist ein bißchen gruselig, bzw, spielt mit den unterdrückten Ekelgefühlen und einem paranoiden Teil in jedem von uns.  Verschwörungstheoretiker werden ihren Spaß an dem Film haben. Ein ganz klein wenig mehr Action hätte dem Film aber nicht geschadet – wie man die hätte einbauen sollen, bin ich überfragt, aber ich bin ja auch nicht der Regisseur gewesen. Leider ist der Film auch ein wenig kurz, aber es gilt das schon bei “Surrogates” Gesagte über Filmlängen. Produktionskosten waren übrigens etwa 4 Mio Dollar – nicht gerade viel im Filmgewerbe, aber doch einiges mehr, als “Blair Witch Project” gekostet hat

Insgesamt: Note: 3 (-)

The Man from Earth

14.000 Jahre alter Unsterblicher oder ein gewitzter Schwindler, der seine Akademikerkollegen auf den Arm nimmt?

Der College-Professor John Oldman beschließt nach 10 Jahren seinen Job aufzugeben, umzuziehen und ein neues Leben zu beginnen. Während er auf die Möbelpacker wartet, kommen überraschend seine Kollegen zu einer inoffiziellen Abschiedfeier. In melancholischer Abschiedsstimmung eröffnet John seinen ehemaligen Arbeitskollegen und Freunden Harry (einem Biologen), Edith (einer Theologin), Dan (einem Anthropologen) und Sandy (einer Historikerin), Art (ein Archäologe) , dessen Studentin Linda und später noch Dr. Will Gruber (einen Psychiater), dass er 14.000 Jahre alt ist, seit der Jungsteinzeit ein Leben lebt und seitdem nicht mehr altert. Weder kann oder will er das beweisen, noch können ihm seine Freunde und Kollegen das Gegenteil beweisen. Zusammen lassen sie sich auf das scheinbare Gedankenspiel ein, doch John weiß auf jede ihrer Fragen und Einwände eine passende und plausible Antwort. Mit fortschreitender Stunde häufen sich die Indizien, dass John die Wahrheit spricht – oder ist die Vorstellung der Unsterblichkeit nur akademischer Natur?

Man from Earth erfordert es anfangs sich zusammen mit den Protagonisten auf ein Gedankenspiel einzulassen, dass einen aber schnell in seinen Bann zieht. Natürlich wirkt die Szenerie etwas konstruiert, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Der Film erinnert an “Highlander” – nur ohne jede Action, sondern reduziert auf den Grundgedanken der Unsterblichkeit und der Auswirkungen, die ein solch langes Leben auf den Geist und das Leben haben könnte.  Und plötzlich wird Nachdenken unterhaltsam. Leider ist der Film (wieder mal) recht vorhersehbar, daran ändern auch ein paar kleinere Wendungen und Enthüllungen nichts. Trotzdem erhielt Man from Earth gerechtfertigt viele internationale Preise und Auszeichnungen.

Der Film hat in der P2P-Community einen so gewaltigen Erfolg gehabt, dass der Regisseur sich auf diversen Torrent-Webseiten bedankt hat. Gleichzeitig bittet er darum, die DVD zu bestellen oder über die Filmwebsite zu spenden – mit einem PayPal-Konto kann man das ruhig mal machen. Wie man sieht, kann man sehr anspruchsvolle Filme machen und verbreiten, auch wenn man nicht permanent auf den finanziellen Erfolg schielt. Ich wünschte mehr Filmproduzenten hätten die gleiche Einstellung zu und den gleichen Anspruch an ihre Werke. Ich würde gerne öfters den Film für ein kleines Geld gucken und dann zusätzlich spenden, was er mir wert war.

Note: 2

Cargo

Trübe Aussichten auf die unbewohnbare Heimat. Wartet irgendwo im All eine neues Leben auf Laura?

Das Jahr 2267 – nach dem Kollaps ökologischer Katastrophen lebt ein großer Teil der Menschheit zusammengepfercht auf Raumstationen im All. Eine von ihnen ist die junge Ärztin Laura Portmann. Sie hofft auf eine bessere Zukunft auf dem fernen Planeten Rhea, auf dem ihre Schwester und mit ihren Kindern lebt. Das dafür notwendige Geld will sie durch einen Flug auf dem heruntergekommenen Raumfrachter Kassandra verdienen. Einen großen Teil der vierjährigen Reise verbringt die Besatzung im Kälteschlaf, nur ein Besatzungsmitglied bleibt wach. Während Laura’s Wache geschehen seltsame Dinge auf dem Frachter und bei einer Prüfung kommt sie einer gewaltigen Täuschung auf die Spur…

Wir ahnen es alle schon, was es mit dieser Täuschung auf sich hat, aber ich lasse es trotzdem lieber mal unausgesprochen. Cargo ist trotzdem sehr sehenswert, denn der Schweizer Regiseeur Ivan Engler hat es meisterhaft verstanden, seinen Charakteren und der Umgebung eine trostlose und verzweifelte Stimmung einzuhauchen. Mit nur 5 Mio Schweizer Franken (ca. 3,5 Mio Euro), etwas Computertechnik und viel Zeit und Liebe zum Detail zeigt Cargo eine SF-Welt, die wirklich realistisch rüberkommt. Manchmal sind es Kleinigkeiten, wie dreckige Fenster, permanente Kälte, realistische Schwerkraftverhältnisse oder stumme Antriebe bei Außenansichten im Weltall, mit denen Engler seinem Film beinahe mehr Athmospähre als Inhalt einflöst. Ein paar Sätze der Schauspieler wirken ein klein wenig laienhaft, aber nicht, weil sie nicht gute Schauspieler wären, sondern weil man es als “Filmgucker” schon so gewöhnt ist, perfekte gestylte Dialoge zu hören, dass man zwei Menschen, die einfach miteinander sprechen auf der Kinoleinwand oder dem Fernseher schon gar nicht mehr kennt. Ich meine diese “Laienhaftigkeit” als Kompliment – Falls ich mich irre und die Schauspieler einfach nur manchmal nen Satz nicht zustande gebracht haben, nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil. Politiker machen das ja auch so. :-)

Insgesamt ist geht der film leider knapp an einem “gut” vorbei (wirklich um Haaresbreite), weil die Wendung des Filmes einfach schon von der ersten Erwähnung des Planeten Rhea an, so klar wie schweizer Kloßbrühe ist. Das war leider schon zu oft da und wurde auch in diversen anderen Filmen unter verschiedenen Motiven zu oft ausgeschlachtet – meist schlechter angelegt, aber trotzdem werden Freunde von Science-Fiction sich wahrscheinlich nicht mal mehr die Mühe zu raten.

Note: 3+

Alle vier Filme kann man auf Maxdome oder iTunes leihen. Das kostet nicht die Welt und man spart sich Fahrerei, wenn man in Vorfreude auf eine neue Folge der Lieblingsserie vom Fernsehsender seines Vertrauens mal wieder schmählich im Stich gelassen wird und nach 15 Sekunden erkennt, dass es sich wieder mal um eine Wiederholung handelt.

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Jens Schendel

Geheimtipp

Das sind v.l.n.r die zwangversetzete Vorgesetzte Jen (Katherine Parkinson), der neurotische Moss (Richard Ayoade) and Super-Nerd Roy (Chris O'Dowd).


Britischer Humor muss sich nicht immer in kleinen Sketchen ausdrücken, wie in “Little Britain”. In dieser Sitcom tragen die Protagonisten auch wirklich nur Damenkleidung, wenn sie weiblichen Geschlechts sind. Und trotzdem sind sie einfach urkomisch. Und hier gibt’s die Episoden-Übersicht.

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